Richelle Mead: Succubus Blues

Richelle Mead: Succubus Blues

Eckdaten zum Buch

Autorin: Richelle Mead
Bei U|Books ab 12.03.2009 erhältlich
Ausgabe: 1.Ausgabe Februar 2009
Sprache: Aus dem Amerik. von Alfons Winkelmann
Umfang: 329 Seiten
ISBN: 978-3-86608-095-9

Klappentext

Sukkubus (n.): Weibliche, lüsterne, attraktive, nachtaktive Dämonin, die sterbliche Männer verlockt und ihnen zu Gefallen ist.
Erbärmlich (adj.): Ein Sukkubus mit todschicken Schuhen und null gesellschaftlichem Leben. Siehe auch: Georgina Kincaid.

Wenn man schon für die Hölle arbeiten muss, erscheint der Job als Sukkubus verdammt großartig. Eine Frau kann alles sein, was sie möchte, ihre Klamotten sind einfach umwerfend und sterbliche Männer liegen ihr zu Füßen. Zugegeben, sie bezahlen oft mit ihrer Seele dafür – aber warum sich mit dem Kleingedruckten aufhalten?

Review von fangzahn

Georgina Kincaid führt als unsterblicher Succubus und Mitarbeiterin einer Buchhandlung in Seattle ein – sollte man meinen – facettenreiches ewiges Doppelleben. Jedoch macht Richelle Mead in diesem ersten Teil ihrer Succubus-Reihe schnell klar, dass ihr Hauptcharakter so gar nicht auf dieses Doppelleben oder die Ewigkeit gepaart mit Macht über die Männerschaft abfährt. Im Gegenteil: Georgina sehnt sich nach einem soliden menschlichen Leben mit Job, Freunden und…Freund?! Nur leider kann ein Succubus nicht mit einem sterblichen Gefährten glücklich werden, denn sobald Georgina sich in den Armen eines Mannes gehen lässt, zehrt sie von seiner Lebensenergie. Dagegen verblasst die Gabe, sich in alle möglichen Lebensformen zu verwandeln, die man sich nur vorstellen kann. Georgina hat es satt, die Ewigkeit allein ohne jemanden an ihrer Seite zu verbringen und so lässt sie sich stets auf Flirts und kleine ‘Abenteuer’ ein. Gefährten ihres ‘Schlags’ lässt sie dabei aus, denn weder ihr Boss Jerome, der lokale Dämonen-Manager noch Hugh, ihr Kobold-Kumpel oder Carter, der Engel, bieten in irgendeiner Weise einen Reiz für sie.
Dabei hat Georgina eigentlich noch ganz andere Probleme als das nicht vorhandene Liebesleben oder ihren verhassten Succubus-Job, nämlich einen ernstzunehmen Amokläufer, der in der Stadt systematisch Unsterbliche niedermetzelt. Ihr Boss verhält sich zu diesem Thema kurioserweise sehr schweigsam und schürt damit die ohnehin schon stets große Neugier seines Schützlings.

Jeder der übernatürlichen Charaktere hat seine eigenen ‘Dämonen’, sprich Probleme. Das macht sie umso menschlicher. Die regelmäßigen ‘Krisensitzungen’ bei Georgina in der Wohnung lassen den Leser sehr lebendig teilhaben am ‘Cliquenleben’. Dabei kommt alles an Kreaturen zusammen, was die Legenden hergeben: Kobolde, Vampire, Sukkuben, Dämonen, Engel….und letzten Endes noch ein weiteres Mitglied aus der Geschichte der Entstehung der Menschheit.
Während die Gefahr stets in Georgina´s Nacken lauert und man sich fragt, wann der Amokläufer sie oder ein Mitglied ihres Freundeskreises erwischen könnte, spart der Sukkubus nicht mit weiblichen Reizen. Im Buch wird aufs Heftigste geflirtet, und Georgina fliegen viele Situationen auch einfach zu.
Dabei versucht sie, Job und Privatleben stark zu trennen, sprich: Sie möchte Menschen, die ihr wichtig sind, vor sich schützen. So wie Seth Mortensen, ihren Lieblingsautoren, der sich nun fast täglich in ihrer Buchhandlung aufhält, um dort zu schreiben. Natürlich entsteht zwischen den beiden ein ‘Funke’.

Unglaublich finde ich teilweise, was Georgina als unsterbliche Frau, die wirklich schon lange unter den Menschen weilt, alles so passiert in der Gegenwart von Freunden und Flirts. So unterschätzt sie die Wirkung des Alkohols an einem Abend, und übergibt sich nach einem peinlichen Szenario in einem Club bei Seth zu Hause. Sie errötet häufig und hängt in vielen Situationen ganz schön in den Seilen.
Einerseits ein Sympathiepunkt für sie und sehr bewundernswert, dass sie ihre menschlichen Schwächen auch in hunderten von Jahren nicht abgelegt hat und so sehr mit einem normalen sterblichen Leben verwurzelt zu sein scheint. Andererseits auch unglaubwürdig, wenn man in Betracht zieht, wie unglaublich groß ihr Erfahrungsschatz im Leben sein sollte.

Die Stimmung im Buch

Ich habe mich im Buch ‘wohlgefühlt’, was schonmal eine gute Grundlage bildet, um gern weiterhin nach dem Buch zu greifen. Leider hat das Buch auch ziemliche Längen, in welchen man sich wundert, was Georgina eigentlich treibt, während in der Stadt weiterhin Morde geschehen. Der rote Faden der Mordserie wird immer wieder sehr stark überdeckt von den Flirts des Sukkubus, die doch zu wenig – oder zu weiteren peinlichen Situationen – führen.
Auch hätte ich gerne mehr über die Möglichkeiten der Verwandlungen eines Sukkubus gelesen, da gab es eindeutig zu wenig zu ‘sehen’.
Trotzdem ist mir die Figur sowie ihre ‘Clique’ mit allen Schwächen ans Herz gewachsen.

Fazit

Auch wenn das Buch mit Längen (und leider auch einigen Tippfehlern) ausgestattet ist und man sich fragt, wie alt Georgina nun wirklich ist (Verhalten? ;-) ), hat es in mir das Interesse für die weiteren Teile der Buchreihe geweckt. Viele Stellen laden durch ihre Situationskomik oder auch das Verhalten der sympathischen Figuren zum Schmunzeln ein.
Also, wenn auch ein übernatürliches Thema: Ein sehr menschliches Buch mit Potential. :-)
Außerdem weckt es die Neugierde, welchen unsterblichen Gestalten Georgina in der Zukunft noch begegnen wird, und wie weit sie gehen wird, sich zu verändern (im Verhalten wie auch in der Gestalt)

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